Werkzeug

Ich habe am meisten Spaß daran mit der Kettensäge so viel wie möglich an meinen Objekten zu arbeiten. Feine Schnitte und Formen heraus zu arbeiten mit so einem männlichen Werkzeug ist schon beeindruckend. Damit das funktioniert und man Spaß dabei hat gibt es hier ein paar hoffentlich nützliche Tipps:

Kettensäge:

Zum groben Herausarbeiten der Formen (Ausblocken) empfiehlt es sich eine Säge in der 60ccm Klasse zu nutzen. Vor allem dann wenn große und harte Holzstücke bearbeitet werden. Ich habe mit einer Stihl MS 261 mit einem 40cm Ausblockschwert angefangen, schnell aber festgestellt dass diese bei großen Stämmen schnell an ihre Leistungsgrenze kommt. Deswegen rate ich an dieser Stelle direkt eine Nummer größer zu wählen (in meinem Fall war das die Stihl MS 441)

Für die Arbeiten nach dem Ausblocken und den Feinheiten wie z.B. Fellstrukturen empfiehlt sich eine kleine Säge in der 30ccm Klasse mit einem 30cm Carvingschwert und ¼‘‘ Kette. Außerdem sollte man hier anstelle auf Leistung auf das Gewicht achten. Ich habe mich hier für eine Stihl MS 201 entschieden und diese auf eine ¼‘‘ Kette umgerüstet.

Schwerter:

Ausblockschwerter

Zum groben in Form bringen der Stämme (Ausblocken) empfiehlt es sich ein spezielles Ausblockschwert zu nutzen. Diese besitzen eine kleinere Schwertspitze (Toonie Tip = 3,5 cm, Arbor Tip = 4,5 cm)als normale Schwerter haben eine geringere Rückschlagneigung und besitzen keine Umlenkstern wodurch sie besonders geeignet für „Kurvenschnitte“ sind. In Verbindung mit einer 3/8‘‘ Niedrigprofilkette z.B. der Stihl PS3 kann man schon sehr fein und genau arbeiten.

Normale Schwerter funktionieren aber auch ebenso gut. Sie besitzen jedoch eine höhere Rückschlagneigung und machen es einem schwieriger Kurven mit teilversenktem Schwert zu schneiden.

Carving-Schwerter

Diese Schnitzschienen werden speziell zum Sägen von Skulpturen verwendet. Die Schienenspitze ist besonders schmal wodurch bei geringer Rückschlagsneigung sehr fein gearbeitet werden kann. Unterschieden wird hierbei zwischen den unterschiedlichen Schienenspitzen: Dim Tip = 2cm, Quater Tip = 2,5cm. Umso höher die Motorleistung der Säge desto größer sollte der Radius der Spitze sein um erhöhten Verschleiß zu vermeiden erkauft sich jedoch dadurch eine erhöhte Rückschlagsneigung.

Empfehlen würde ich hier ein 30 cm Schwert mit Dim Tip (2cm) und 1,3mm Nutbreite mit einer ¼‘‘ Stihl RMS Kette bei einer Motorleistung von 1,8 kW.

Zudem gibt es noch Schwerter mit 1,1mm Nutbreite und Dim Tip für sehr feine Arbeiten herbei sollte aber eine Motorleistung von 1,2 kW nicht überschritten werden.

Kettenspannung

Bei Schwertern ohne Umlenkstern muss besonders auf die Kettenspannung geachtet werden da sonst die Belastung an der Schwertspitze schnell zu hoch wird und die Spitze zu Heiß. Die Hälfte der Treibglieder der Kette sollte an der Unterseite des Schwertes sichtbar sein.

Bei allen anderen Führungsschienen gilt: hängt die Sägekette an der Unterseite der Führungsschiene durch – Sägekette nachspannen.

Ketten:

Grundbegriffe der Kette:

Die Sägeketten bestehen aus den Treibgliedern (1), den Verbindungsgliedern (2), den linken Schneidezähnen (3) bzw. rechten Schneidezähnen (4). Besonders rückschlagarme Sägeketten haben ein Höcker- Treibglied (5). Bei Stihl werden diese Ketten mit der Ziffer 3 in der Sägekettenbezeichnung gekennzeichnet.

Der Schneidezahn besteht aus dem Zahnchassis (1), dem Tiefenbegrenzer (5) und der Zahnschaufel (2), mit Brust- (4) und Dachschneide (3). Brust- und Dachschneide stehen in einem bestimmten Winkel zueinander, der für eine optimierte Schnittleistung maßgeblich ist. Dieser wird dann erreicht, wenn der Schärfwinkel exakt eingehalten wird (üblicherweise 30°). Dieser unterscheidet sich je nach Kette und Hersteller und wird von den Herstellern bei jeder Kette mit angegeben.

Micro: Seitlich abgeflachte Zahnschaufel. Robuste Universalsägekette vereint hohe Schnittleistung, Arbeitskomfort, Standzeit und einfache Wartung.

Super: Scharfkantige, rechtwinklige Zahnschaufeln. Kombiniert höchste Schnittleistung und hohen Erfordert ein wenig mehr Routine bezüglich des Schärfens.

Schnitzketten

Die Sägekette zum Schnitzen sollte möglichst klein sein, da es hierbei nicht auf eine hohe Schnittleistung, sondern auf besonders feines Arbeiten ankommt. Daher empfiehlt es sich seine Säge zum Schnitzen auf ¼‘‘ umzurüsten (Abstand der Treibglieder ist kleiner als bei Standard 3/8‘‘ Ketten). Diese gibt es in unterschiedlichen Ausführungen:

  • ¼‘‘ Kette mit hohem Zahndach (Stihl: Rapid Nutbreite 1,3mm)
  • ¼‘‘ Kette mit flachem Zahndach (Stihl: Picco Nutbreite 1,1mm)
  • Dachkantenschliff nach Sanders (Stihl: Spezial)

Der Dachkantenschliff nach Sanders sorgt für ein besseres Stechverhalten, da der hintere Teil des Zahndaches sich bei kleinen Schwertspitzen nicht über den Radius der Zahnschneide erhebt und somit das Schert beim Stechen zurückdrückt.

Die besten Erfahrungen habe ich mit der Stihl Kette ¼‘‘ RMS (Rapid Micro Spezial) gemacht die ich nur empfehlen kann.

Besitzt man zusätzlich noch eine Säge mit einer Motorleistung von Max. 1,2kW empfehle ich für wirklich feine Arbeiten die Stihl Kette ¼‘‘ PM3 (Picco Micro mit 1,1mm Nutbreite und Sicherheitsglied).

Ausblockkette

Beim Ausblocken kommt es jedoch gerade eben auf Schnittleistung an, zu dem will man eine saubere schnittkante erzielen, weswegen ich hier ein Stihl Kette 3/8‘‘ PS3 (Picco Super mit 1,3mm Nutbreite und Sicherheitsglied) empfehle.

Schnitzeisen:

Vor allem für den Anfang finde ich folgende Schnitzeisen für sinnvoll:

Stich 1/12 1S/12 4/20 5/12 7/10 9/4 Gaißfuß 12/8 Schnitzmesser Nr. 12

Der Stich gibt die Tiefe der Wölbung des Hohleisens an und wird mit Zahlen von 2 (sehr flach) bis 11 (stark gewölbten) bezeichnet. Stich 1 sind gerade Eisen und die mit 1S gekennzeichnet besitzen eine schräge Schneide. Die Zahl hinter dem / gibt die Breite der Schneide in mm an.